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WPZyklus 3 (Sek I)9. Klasse (Sek I)ca. 45 Min.mittelLiLe

Wettbewerb: Monopol und Konkurrenz

Warum ist die Tageskarte beim einzigen Skilift im Tal so teuer – und die Lieferpizza in der Stadt so günstig? Im achten Modul des Vertiefungsfachs «Wirtschaft & Politik» lernst du, wozu Wettbewerb gut ist, unterscheidest Monopol, Oligopol und Konkurrenz und erfährst, warum Preisabsprachen (Kartelle) verboten sind.

Das lernst du hier

  • Ich kann erklären, wozu Wettbewerb gut ist: Er drückt die Preise, verbessert die Qualität und spornt zu neuen Ideen (Innovation) an.
  • Ich kann Monopol und Konkurrenz als Gegenpole unterscheiden und das Oligopol als Zwischenform einordnen – jeweils mit einem Alltagsbeispiel.
  • Ich kann erklären, warum Preisabsprachen (Kartelle) verboten sind: Sie schalten den Wettbewerb aus und schaden der Kundschaft.

LiLe: WAH.2.1 (Die Schülerinnen und Schüler können Einblicke in Märkte und Handel gewinnen und Marktsituationen untersuchen.), WAH.3.1 (Die Schülerinnen und Schüler können Einflüsse auf Konsumentscheidungen erkennen und reflektieren.)

Ein Tal, ein Lift – eine Stadt, zehn Pizzakuriere

Stell dir ein kleines Wintersporttal vor, in dem genau ein Unternehmen die Skilifte betreibt. Die Tageskarte ist teuer, die Bahnen sind alt, an Spitzentagen stehst du ewig an – und trotzdem fahren alle mit. Warum auch nicht: Es gibt ja keinen anderen Lift.

Jetzt wechsle in Gedanken in eine Stadt, in der zehn Pizzakuriere um Bestellungen kämpfen. Einer wirbt mit Gratis-Lieferung, der nächste mit Familienrabatt, ein dritter verspricht 30 Minuten Lieferzeit – und wer kalte Pizza bringt, wird gnadenlos schlecht bewertet und verliert Kundschaft.

Zweimal treffen Anbieter auf Nachfrager, zweimal entstehen Preise – und doch könnten die Märkte unterschiedlicher kaum sein. Der Unterschied hat einen Namen: Wettbewerb. In diesem Modul erfährst du, was Wettbewerb für Preise, Qualität und neue Ideen leistet, was ein Monopol und was ein Oligopol ist – und warum heimliche Preisabsprachen verboten sind.

Reflexionsfrage für dieses Modul: Bei welchen Dingen, die du oder deine Familie kaufen, habt ihr viel Auswahl zwischen Anbietern – und wo gibt es fast keine? Behalte die Frage im Kopf, am Ende des Moduls kannst du sie mit Fachbegriffen beantworten.

Wozu Wettbewerb gut ist

In Modul 7 hast du gesehen, wie sich der Preis auf einem Markt einpendelt. Dieses Einpendeln funktioniert aber nur, wenn die Käuferinnen und Käufer ausweichen können: Wer zu viel verlangt, verliert Kundschaft an andere Anbieter. Genau dieser Wettstreit der Anbieter um die Kundschaft heisst Wettbewerb – im Alltag sprechen wir auch von Konkurrenz.

Wettbewerb wirkt in drei Richtungen:

  • Tiefere Preise: Kein Pizzakurier kann doppelt so viel verlangen wie die anderen – sonst bestellt niemand mehr bei ihm. Die Anbieter unterbieten sich, und die Kundschaft profitiert.
  • Bessere Qualität: Wo die Kundschaft wählen kann, entscheidet sie sich für das bessere Produkt. Kalte Pizza, unfreundlicher Service, lange Wartezeiten – all das kann sich ein Anbieter im Wettbewerb nicht leisten.
  • Innovation: Wer der Konkurrenz einen Schritt voraus sein will, muss sich etwas einfallen lassen – eine Bestell-App, neue Produkte, schnellere Lieferung. Viele Dinge, die du täglich nutzt, entstanden aus genau diesem Druck.

Kurz: Wettbewerb ist der Motor, der Anbieter zu Leistungen zwingt, die der Kundschaft nützen. Niemand tut das aus Nettigkeit – es ist der Markt, der es erzwingt. Und genau darum ist es ein Problem, wenn der Wettbewerb fehlt.

Monopol: Wenn einer den Markt beherrscht

Ein Markt mit nur einem einzigen Anbieter heisst Monopol (aus dem Griechischen: «allein verkaufen»). Die Nachfrager haben keine Wahl: kaufen oder verzichten.

Zurück im Skital: Der einzige Liftbetreiber muss keine Konkurrenz fürchten. Erhöht er die Preise, können die Wintersportler nicht zum «anderen Lift» wechseln – es gibt keinen. Auch der Druck, in neue Bahnen oder besseren Service zu investieren, ist klein. Das ist der typische Nachteil eines Monopols: höhere Preise, weniger Qualität, weniger neue Ideen.

Wichtig für die Einordnung:

  • Ein Monopol entsteht nicht immer aus Bosheit. Manchmal ist der Markt schlicht zu klein für zwei Anbieter – ein zweiter Skilift im selben kleinen Tal würde sich nie rechnen. Auch die Buvette im Freibad hat ihr kleines Monopol: Innerhalb des Bades verkauft nur sie Glace und Getränke.
  • Gross ist nicht dasselbe wie Monopol. Ein grosses Unternehmen mit vielen Konkurrenten steht weiter im Wettbewerb; entscheidend ist, ob die Kundschaft ausweichen kann.
  • Bei besonders wichtigen Monopolen – etwa Strom- oder Wassernetzen – schaut der Staat genauer hin; ob und wie er in Preise eingreifen soll, ist eine politische Streitfrage und das Thema des nächsten Moduls.

Video: Marktformen einfach erklärt

Das Erklärvideo (3:43) des Kanals Die Merkhilfe Wirtschaft ordnet die Marktformen systematisch. Achte beim Schauen auf zwei Leitfragen: (1) Nach welchem Merkmal werden die Marktformen unterschieden – was wird dafür gezählt? (2) Welche Gefahr nennt das Video beim Oligopol – und wie passt sie zu dem, was du in diesem Modul über Absprachen gelernt hast? Hinweis: Für den Markt mit vielen Anbietern verwendet das Video den Fachbegriff «Polypol» – das ist die Marktform, die wir in diesem Modul «(vollständige) Konkurrenz» nennen.

Transkript anzeigen

Das Erklärvideo «Marktformen & Marktarten – Monopol, Oligopol und Polypol einfach erklärt» (Die Merkhilfe Wirtschaft, 3:43 Minuten) unterscheidet die Marktformen nach der Zahl der Anbieter. Beim Monopol gibt es nur einen Anbieter – er kann den Preis weitgehend diktieren. Beim Oligopol teilen sich wenige grosse Anbieter den Markt; das Video nennt hier die grosse Gefahr der Kartellbildung, also verbotener Absprachen. Beim Polypol stehen viele Anbieter im Wettbewerb zueinander, kein einzelner kann den Preis allein bestimmen. Damit deckt das Video genau die drei Marktformen dieses Moduls ab – vom Monopol über das Oligopol bis zur (vollständigen) Konkurrenz.

Monopol und Konkurrenz im Vergleich

Schaubild mit zwei Feldern nebeneinander. Links das Monopol: Ein einzelner grüner Anbieter-Kasten mit der Beschriftung «der einzige Skilift im Tal» ist oben platziert, von ihm führen Linien zu fünf blauen Kästen, die viele Nachfragerinnen und Nachfrager darstellen. Darunter drei Merkpunkte: kaum Auswahl für die Kundschaft, der Anbieter hat viel Macht über den Preis, wenig Druck, besser oder günstiger zu werden. Rechts die Konkurrenz: Vier grüne Anbieter-Kästen, beschriftet mit «viele Anbieter, zum Beispiel Pizzakuriere», sind über kreuzende Linien mit fünf blauen Nachfrager-Kästen verbunden – jede Kundin kann bei jedem Anbieter kaufen. Darunter drei Merkpunkte: Auswahl – wer zu viel verlangt, verliert Kundschaft; Druck zu tiefen Preisen und guter Qualität; Ansporn für neue Ideen (Innovation). Unter beiden Feldern steht ein dunkelblauer Kasten: Zwischenform Oligopol – wenige grosse Anbieter teilen sich den Markt, zum Beispiel die grossen Streamingdienste. Die Anbieter sind wie in den Modulen 6 und 7 grün eingefärbt, die Nachfrager blau.
Gegenpole auf dem Markt: Im Monopol (links) sind alle Nachfrager auf einen einzigen Anbieter angewiesen – in der Konkurrenz (rechts) kann jede Kundin bei jedem Anbieter kaufen. Dazwischen liegt das Oligopol. Grün steht wie in Modul 6 und 7 für die Angebotsseite, Blau für die Nachfrageseite.Eigene Darstellung, EveryCate, CC BY-SA 4.0

Oligopol und verbotene Absprachen: das Kartell

Zwischen den Gegenpolen Monopol und Konkurrenz liegt das Oligopol: Wenige grosse Anbieter teilen sich den Markt. Du kennst das von den grossen Streamingdiensten – eine Handvoll Plattformen deckt fast den ganzen Markt für Filme und Serien ab. Auch bei Mobilfunkanbietern oder Sportartikel-Riesen ist das Bild ähnlich.

Im Oligopol gibt es Wettbewerb – aber er ist zerbrechlich. Wenige Anbieter können sich nämlich leicht absprechen: «Wir verlangen alle denselben hohen Preis, dann muss keiner von uns den anderen unterbieten.» Eine solche heimliche Vereinbarung über Preise oder Marktaufteilung heisst Kartell.

Für die beteiligten Unternehmen ist das bequem – für alle anderen schädlich: Die Anbieter wirken zusammen wie ein einziges Monopol. Die Kundschaft zahlt zu viel, und der Druck zu besserer Qualität und neuen Ideen verschwindet, obwohl es scheinbar mehrere Anbieter gibt. Darum sind Kartelle verboten. In der Schweiz wacht die Wettbewerbskommission (WEKO) über den Wettbewerb und kann fehlbare Unternehmen mit hohen Bussen bestrafen; in Liechtenstein gelten über den EWR vergleichbare Wettbewerbsregeln.

Merke dir den Unterschied: Ein Oligopol ist eine Marktform und erlaubt. Ein Kartell ist ein verbotenes Verhalten – Anbieter tun nur so, als stünden sie im Wettbewerb.

Quiz: Wettbewerb und Marktformen

Frage 1 von 8

Zeig, was du über Wettbewerb, Monopol, Oligopol und Kartelle weisst. Du kannst das Quiz beliebig oft wiederholen – es zählt dein bestes Ergebnis.

Wozu ist Wettbewerb zwischen Anbietern gut?

Wettbewerb und Marktformen: Setze die Begriffe ein

Ziehe die richtigen Begriffe in die Lücken (am Handy: erst Wort antippen, dann Lücke). Achtung: Drei Wörter in der Auswahl passen nirgends.

Tippe zuerst ein Wort an und dann die Lücke, in die es gehört. Antippen einer gefüllten Lücke legt das Wort zurück.

Auf den meisten Märkten kämpfen mehrere Anbieter um die Kundschaft – diesen Wettstreit nennt man . Er sorgt für tiefere , bessere und immer wieder neue Produkte und Ideen – sogenannte . Gibt es auf einem Markt nur einen einzigen Anbieter, spricht man von einem : Die Kundschaft kann nicht auf andere Anbieter . Teilen sich wenige grosse Anbieter den Markt, heisst diese Zwischenform . Stehen dagegen viele Anbieter im Wettstreit, spricht man von . Sprechen Anbieter ihre Preise heimlich untereinander ab, bilden sie ein – solche Absprachen schalten den Wettbewerb aus und sind deshalb .

Marktmacht: Tippe die Begriffe ein

Hier gibt es keine Wortauswahl mehr – tippe die fehlenden Begriffe selbst ein. Gross-/Kleinschreibung spielt keine Rolle.

Der einzige Skiliftbetreiber in einem Tal hat ein . Weil die Gäste nicht zu einem anderen Lift können, kann er vergleichsweise hohe verlangen. Teilen sich wenige grosse Anbieter – wie die Streamingdienste – einen Markt, nennt man das ein . Sprechen Anbieter ihre Preise heimlich ab, bilden sie ein verbotenes .

Zuordnen: Monopol, Oligopol oder Konkurrenz?

Ordne jeder Situation die passende Marktform zu: Monopol, Oligopol oder Konkurrenz. Frag dich jeweils: Wie viele Anbieter gibt es – einen, wenige grosse oder viele?

Tippe zuerst ein Wort an und dann die Lücke, in die es gehört. Antippen einer gefüllten Lücke legt das Wort zurück.

Der einzige Skiliftbetreiber in einem kleinen Wintersporttal: Viele Pizzakuriere liefern in derselben Stadt: Drei grosse Streamingdienste decken fast den ganzen Markt für Serien ab: Dutzende Coiffeursalons buhlen in der Region um Kundschaft: Nur ein einziges Unternehmen betreibt das Stromnetz der Gemeinde: Eine kleine Zahl grosser Mobilfunkanbieter teilt sich den Markt im Land: Viele Marktstände verkaufen am Samstag Gemüse auf demselben Platz: Die einzige Buvette im Freibad verkauft Glace und Getränke: Eine Handvoll grosser Sportartikel-Hersteller dominiert den Sneaker-Markt:

Vertiefung: Wettbewerb in deiner Region

Erkläre in eigenen Worten – so merkst du am besten, was du schon verstanden hast.

Deine Antworten werden auf diesem Gerät gespeichert und gehen mit deinem nächsten Fortschritts-Report an die Lehrperson.

  1. Marktformen-Check: Finde in deiner Gemeinde oder Region ein Beispiel für einen Markt mit viel Wettbewerb und eines mit wenig oder gar keinem Wettbewerb. Beschreibe zu beiden: (1) Wie viele Anbieter gibt es? (2) Wie wirkt sich das auf Preise, Qualität und Service aus – was beobachtest du konkret? (3) Was müsste passieren, damit auf dem Markt mit wenig Wettbewerb mehr Wettbewerb entsteht – und warum passiert das vielleicht nicht?

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    Denk an deinen Alltag: Wo könnt ihr zwischen mehreren Anbietern wählen (Läden, Take-aways, Coiffeure, Online-Shops) – und wo gibt es nur einen (Busverbindung, Bergbahn, Stromnetz, die einzige Bäckerei im Dorf)? Für Teil 3 hilft die Frage: Warum lohnt sich ein zweiter Anbieter hier vielleicht nicht?

  2. Erkläre in eigenen Worten – so, dass es auch jemand ohne dieses Modul verstehen würde –, warum ein Kartell für die beteiligten Anbieter attraktiv, für die Kundschaft aber schädlich ist. Verwende ein selbst gewähltes Beispiel (nicht die Streamingdienste). ODER: Erfinde je eine eigene Zuordnungs-Situation für Monopol, Oligopol und Konkurrenz im Stil der Zuordnungsaufgabe – mit kurzer Begründung, warum deine Situation genau zu dieser Marktform passt.

    Tipp anzeigen

    Für die Kartell-Erklärung hilft die Kette: Absprache → niemand unterbietet mehr → Preise bleiben künstlich hoch → Kundschaft kann nicht ausweichen, obwohl es mehrere Anbieter gibt. Für die eigenen Situationen zähle einfach die Anbieter: einer, wenige grosse oder viele?